Unsere pädagogische und therapeutische Arbeit


Wir sind davon überzeugt, dass die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die bei uns leben und lernen, eine ganzheitlichen Begleitung und Unterstützung benötigen. Mit unseren vielseitigen Angeboten „unter einem Dach“ ist es unserem multiprofessionellen Team jederzeit möglich, sich schnell auszutauschen und zeitnah gemeinsam besprochene Handlungsoptionen aufzuzeigen.

Im CJD Heinrichsstift Hohenleuben werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aufgenommen und begleitet, deren Herkunftsfamilien in Deutschland leben und deren Integration aufgrund psychosozialer Herausforderungen in anderen Heimen bisher kaum gelungen ist.

Unsere Wohngruppen bieten außerdem für unbegleitete minderjährige Ausländer (umA) mit unterschiedlicher Nationalität einen sicheren Ort zum Leben.

Wir bieten allen Kindern und Jugendlichen eine ganztägige, strukturierte, pädagogische Begleitung. Unser Auftrag ist es, Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten zur eröffnen, welche sie brauchen, um ihre Wünsche, Fähigkeiten sowie Persönlichkeiten zu entdecken und frei entwickeln zu können.

Dies beinhaltet folgende Schwerpunkte:

  • Anleiten beim Erlernen alltagspraktischer Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • Unterstützung bei Ämtererledigungen (u.a. Küchenamt)
  • Erstellen und Durchführen von Freizeitangeboten und Freizeitaktivitäten
  • Hausaufgabenerledigung und Betreuung in Lerngruppen
  • Einzelförderung und Gestaltung von Gruppenprozessen
  • psychologische und therapeutische Betreuung
  • Erstellen und Umsetzen der individuellen Hilfeplanung
  • Praktikumsbesuch in der einrichtungsinternen Holzwerkstatt
  • Kooperationen mit Schulen, Berufsschulen, Ausbildungsbetrieben, Praktikumsstellen, Bildungsträgern
  • Begleitung zu Arztbesuchen und Therapeuten
  • Begleitung bei Ämter- und Behördengängen
  • Kooperation mit Vereinen (Sport, Musik)
  • Unterstützung der unbegleiteten minderjährigen Ausländer beim Besuch von Sprachkursen und beim täglichen Erweitern der Sprachkenntnisse

Unsere pädagogische und therapeutische Arbeit basiert auf drei Säulen:
Familiärer Raum

In der Intensivpädagogischen Wohngruppe wird der Alltag gemeinsam von den jungen Menschen und den pädagogischen Mitarbeitern geplant und erlebt. Als Vorbild dient der Alltag im Leben einer Familie. Enge, vertrauensvolle sowie auch in Krisensituationen stabile Beziehungen und Bindungen zwischen den pädagogischen Mitarbeitern und den jungen Menschen, aber auch der respektvolle Umgang der jungen Menschen untereinander, bilden die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit.

Gemäß unserem Motto „Erziehung ist Beziehung“ arbeiten wir nach dem Bezugsbetreuersystem. Die Arbeit mit dem Bezugsbetreuersystem bietet den Kindern und Jugendlichen von Sicherheit geprägte Struktur. Der Aufbau vertrauensvoller Beziehungen und tragfähiger Bindungen kann zu jedem pädagogischen Mitarbeiter, unabhängig davon, ob er als Bezugsbetreuer für den jeweiligen jungen Menschen auserwählt wurde, stattfinden. Neben wöchentlich stattfinden Gesprächen und monatlichen Ausflügen übernimmt der Bezugsbetreuer organisatorische Aufgaben wie Terminvereinbarungen und Gespräche mit Ämtern und den Eltern.

Therapeutischer Raum

Für viele Kinder und Jugendliche wird die Alltagsbewältigung aufgrund ihrer herausfordernden Verhaltensweisen schwierig. Im CJD Heinrichstift Hohenleuben erarbeiten wir gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen ein individuelles Programm zur Erlernung alternativer Verhaltensweisen sowie zur Verstärkung der vorhandenen Ressourcen. In regelmäßigen Teamgesprächen sowie Fall- und Teamsupervisionen wird die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen durch alle Mitarbeiter des CJD Hohenleuben aus verschiedensten Perspektiven und durch externe Fachkräfte analysiert, um eine kontinuierliche Qualität sicherzustellen.

Unsere therapeutischen Leistungen in der Intensivpädagogischen Wohngruppe sind eng mit den pädagogischen Leistungen verbunden. Der Schwerpunkt von einzeltherapeutischer Förderung liegt in der Aufarbeitung traumatischer Erlebnisse und Erfahrungen sowie der Überwindung sozialer Herausforderungen und Konflikte.
Realraum

Neben unseren abwechslungsreichen Freizeit- und erlebnispädagogischen Angeboten legen wir unseren Fokus auf einen realitätsnahen Praxisbereich zur Vorbereitung eines selbstbestimmten Lebens. Als NeugierWECKER wollen wir die jungen Menschen, die bei uns leben und lernen auf berufliche Möglichkeiten aufmerksam machen. Ziel ist es, in berufsnahen Praxisfeldern Interessen zu wecken und Kompetenzen zu erwerben.

Im Rahmen unserer hausinternen Holzwerkstatt werden die jungen Menschen an einen strukturierten Tagesablauf herangeführt. Außerdem werden die Kinder und Jugendlichen auf die Integration in die Schulen, Ausbildungen und externen Praktika vorbereitet. In der Holzwerkstatt übernehmen sie selbständig Reparatur- und Auftragsarbeiten. Erfolgserlebnisse und ein gesteigertes Selbstwertgefühl können auf diese Weise selbst erfahren werden.

Zusammenarbeit mit den Eltern und der Familie

Nach unserer Auffassung ist eine adäquate Unterstützung nur mit Kenntnis des Sozialisationshintergrundes und einer gelungenen Kooperation zwischen uns und der Herkunftsfamilie der jungen Menschen möglich. Dies ist – unabhängig von den inneren und äußeren Beteiligungsmöglichkeiten der Eltern - eine Grundlage unserer Arbeit. Erst recht, wenn eine Rückkehr in die Familie das Ziel der Unterstützung darstellt. Kontakte sollen vor diesem Hintergrund immer in angemessener Weise erhalten bleiben.

Wir sehen die mit der Aufnahme verbundene räumliche Trennung des jungen Menschen von seinen Eltern als Chance zur Neugestaltung der Beziehung oder auch die Möglichkeit einer Beziehungslösung. Auch in den Fällen, wo eine Rückkehr nicht möglich ist, soll durch die Familienarbeit der Kontakt zur Herkunftsfamilie ermöglicht, erhalten, verbessert oder geklärt werden. Die konkrete Ausformung wird in der Erziehungs- und Hilfeplanung erarbeitet. Für unbegleitete minderjährige Ausländer ermöglichen wir selbstverständlich den Kontakt zur Familie im Herkunftsland.

Unsere Familienarbeit hat folgende Schwerpunkte:

  • Teilnahme an Hilfeplangesprächen
  • Durchführung regelmäßiger Elterngespräche
  • Besuche der Eltern im CJD oder Besuche des Bezugsbetreuers mit dem Kind bzw. Jugendlichen bei der Familie
  • Einladung zu Festlichkeiten und Aktivitäten
  • flexible Beurlaubungspraxis
  • telefonische Kontakte durch Bezugsbetreuer vor und nach einer Beurlaubung
  • außerplanmäßige Gespräche aus besonderem Anlass
  • Vorbereitung der Rückkehr in die Familie (erste Besuche des Kindes bzw. Jugendlichen mit dem Bezugsbetreuer in der Familie)